Leading 21st century schools
Vom 10. bis zum 12. November 2011 trafen sich rund 200 Schulleiterinnen und Schulleiter aus ganz Europa zur europäischen eTwinning-Konferenz „Leading 21st Century Schools“ in Schönefeld bei Berlin und nutzten die Gelegenheit zum internationalen Austausch.
„Diese Konferenz war für Schulleiter ein echter Gewinn“, sagte Horst Büttner, Schulleiter des Abteigymnasiums Brauweiler in Pulheim bei Köln, und erklärte weiter: „Ich hatte die Möglichkeit in einen sehr positiven Gedankenaustausch mit Kolleginnen und Kollegen zu treten, Kontakte zu schließen, Projekte für eTwinning und auch für Comenius anzustoßen und‚ über den eigenen Tellerrand zu schauen‘.“
Verleihung der Deutschen eTwinning-Preise 2011
Zum Auftakt der Konferenz überbrachte Nikolai Neufert von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein Grußwort seiner Staatsekretärin Claudia Zinke. Ebenso hieß Dr. Michael Kaden vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg die europäischen Gäste herzlich in Schönefeld willkommen. Anschließend gab Tapio Säävälä, Leiter des Bereiches Schulpolitik bei der Europäischen Kommission, in seiner Keynote-Rede Einblicke in die Herausforderungen und Möglichkeiten für Schulleitungen aus europäischer Perspektive. Anne Gilleran, pädagogische Leiterin der Zentralen eTwinning-Koordinierungsstelle in Brüssel, stellte die wesentlichen Aspekte des europäischen Schulnetzwerks eTwinning vor. Danach wurden die Deutschen eTwinning-Preise 2011 verliehen. Die Gewinnerschulen konnten sich über SMART-Boards für die ersten Plätze und attraktive Geldpreise für die zweiten und dritten Plätze freuen. Den Lehrkräften war bei der Entgegennahme der Urkunden die Freude über die Anerkennung anzusehen, die mit der Auszeichnung verbunden ist.
Anregende Diskussionen in den Workshops
Das umfangreiche Workshop-Programm der folgenden zwei Tage vermittelte den teilnehmenden Gästen die Botschaft, dass europäische Schulpartnerschaften mit eTwinning ein echter Gewinn nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern für die Schule insgesamt sind. Die Umsetzung solcher Partnerschaften über das Internet funktioniert am nachhaltigsten, wenn die beteiligten Lehrkräfte sich der vollen Unterstützung ihrer Schulleitung sicher sein können. Insgesamt konnten die Konferenzteilnehmer aus einem speziell auf die Bedürfnisse von Schulleitungen zugeschnittenen Angebot an Vorträgen und Workshops wählen. Sie deckten Themen ab wie die Einbettung von eTwinning in die Schule oder zeitgemäße Lehr- und Lernprinzipien mit digitalen Medien wie beispielsweise Online-Zusammenarbeit. Andere Workshops zeigten Wege auf zu einer internationaleren Ausrichtung der Schule. Die Schulen, die am ersten Abend der Konferenz die Deutschen eTwinning-Preise 2011 gewonnen hatten, gaben mit der Vorstellung von Praxisbeispielen konkrete Einblicke ihre eTwinning-Arbeit. „Die Workshops waren durchgängig fundiert und haben auch zu einer aktiven Teilnahme der Schulleiter mit einem entsprechenden Erfahrungsaustausch geführt“, erklärte Rainer Lipczinsky, Schulleiter an der Beruflichen Oberschule Friedberg/Bayern.
Möglichkeiten interaktiver Whiteboards wurden vorgestellt
Christiane Meisenburg, erfahrene eTwinning-Lehrerin von der Siegerland-Grundschule in Berlin, gab in ihrem Workshop eine praktische Einführung am SMART-Board und erläuterte verschiedene Verwendungsmöglichkeiten des interaktiven Whiteboards innerhalb der eTwinning-Projektarbeit. Ein besonderer Vorteil dabei sei zudem, dass in Schulen, die ein SMART-Board besitzen, die Schülerinnen und Schüler mit der zugehörigen Software auch am heimischen Computer arbeiten können, betonte die Lehrerin.
Vernetzung erwünscht
In den Pausen boten sich zahlreiche Möglichkeiten des persönlichen Austausches und natürlich zum Netzwerken: „Ich habe zum Ende der Tagung sogar eine potenzielle Partnerschule für mein laufendes Projekt gefunden.“, erklärte Schulleiterin Henrike Hoffrage von der Grundschule am Wilden Moor im niedersächsischen Langen. Die internationale und dennoch unkomplizierte Atmosphäre erlebten viele der Konferenzteilnehmer als inspirierend. Schließlich bietet sich nicht ständig die Möglichkeit, auf so einfache Weise persönliche Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen aus fast sämtlichen Ländern Europas zu knüpfen. Auch Schulleiter Friðþjófur Helgi Karlsson aus Island zog ein positives Fazit: „Für mich ist es besonders interessant zu erleben, dass die Hauptprobleme in den meisten Ländern die gleichen sind, unabhängig vom jeweiligen Schulsystem“, sagte er.
Intensive Gruppenarbeit und Plenumsveranstaltungen
In der Gruppenarbeitsphase am Freitag Nachmittag formulierten die Teilnehmer ihre eigenen Vorstellungen, um an ihren Schulen zukünftig erfolgreich mit eTwinning zu arbeiten. Neben dem Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung der Schulen äußerten die Schulleiter unter anderem den Bedarf nach mehr Unterstützung in Form von Mentoren oder Moderatoren, persönlichen Treffen sowie technischer Hilfestellung. Abschließend bot die Podiumsdiskussion am Samstag noch einmal eine Zusammenschau der Gruppenarbeitsergebnisse vom Vortag. Die Podiumsmitglieder Anne Gilleran, Romina Cachia, David Istance, George Glass, Tapio Säävälä und Santi Scimeca nahmen Stellung zu den jeweiligen Anregungen aus den Arbeitsgruppen.
Zustimmenden Applaus erntete die Bemerkung von George Glass, einem Schulleiter aus Großbritannien: „Unzureichende Technik sollte keine Ausrede dafür sein, weshalb an der eigenen Schule keine eTwinning-Projekte durchgeführt werden – man muss einfach anfangen.“
Mit diesem ermutigenden Statement zum Abschluss machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Heimweg. Viele wollen auch über die Konferenz hinaus in Kontakt bleiben. Europa ist in diesen Tagen dank eTwinning zweifellos ein wenig näher zusammengerückt.



