Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Die Umwelt schützen? Kann jeder!

Können Europas Schüler die Umwelt retten? Vor Beginn des eTwinning-Projekts „50 easy things you can do to save the earth“ wurde daran gezweifelt: Das sei allein die Sache von Politikern, sagten Schülerinnen und Schüler des Berliner Albert-Einstein-Gymnasiums zu ihrer Lehrerin Monica Koch. Doch schon bald waren sie anderer Meinung. Für das gelungene Projekt haben die drei teilnehmenden Schulklassen aus Spanien, Bulgarien und Deutschland sogar den Europäischen eTwinning-Preis in der Alterskategorie zwölf bis 15 Jahre erhalten.

 


„Mein Apfel sieht zwar sehr schön aus, aber er schmeckt nicht“, wundert sich die deutsche Schülerin Sofia in dem selber produzierten Video. Vor ihr auf dem Teppich sitzt ihr Mitschüler Giuilio, beisst skeptisch in einen viel kleineren und unansehnlichen Apfel – und reagiert überrascht: „Meiner ist total lecker!“ Dann tritt die Schülerin Laura vor die Kamera und klärt über die Problematik genetisch veränderter Lebensmittel auf: dass sie durch den Einsatz von Chemie zwar gut aussehen, aber nicht mehr „echt“ schmecken würden und dass sie gesundheitlich schädlich sein könnten. Daher ihr Rat: Bio kaufen.

 

Neun Monate lang haben sich die Schülerinnen und Schüler aus den drei Partnerländern auf Englisch intensiv mit Umweltfragen beschäftigt. Angelehnt an das Buch „50 simple things you can do to save the earth“ des amerikanischen Autors John Javna, sollten die Jugendlichen im Rahmen ihres zwei Mal pro Woche stattfindenden Biologieunterrichts erfahren, wie viel sie in ihrem Alltag bewirken können. „Ursprünglich wollten wir alle 50 Themenfelder des Buches bearbeiten,“ so Monica Koch, „aber letztendlich haben wir uns auf weniger geeinigt.“  

 

Europas Müll auf Video

Trotzdem blieben ausreichend spannende Aspekte für die „eTwinner“ übrig: Erneuerbare Energien war ein Thema, Elektro-Autos, die globale Erwärmung oder bedrohte Vögel und Korallenriffe. Ein Highlight für die Lehrerin der Europaschule war die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Pestizide eingesetzt werden. „Eine Schülerin hat sich danach bei Ihrer Mutter beschwert, da sie für ihre Rosen Pestizide benutzt“, erzählt die Italienerin Koch begeistert. Aber auch das Engagement der Partnerklassen hat sie tief beeindruckt. Die Bulgaren beispielsweise hätten den Inhalt von Mülltonnen gefilmt und bewiesen, dass zuviel weggeworfen wird, was recycelt werden könnte.

 

Das Ergebnis konnten alle Teilnehmer anschließend im Internet betrachten, denn das bei Schulen ans Netz e.V. angesiedelte Projekt eTwinning bietet durch seine geschützte Internetplattform diverse Möglichkeiten online miteinander in Kontakt zu treten, Partnerschulen zu finden und ein gemeinsames Projekt multimedial zu gestalten. Im sogenannten TwinSpace konnten die Partnerklassen nicht nur Videos hochladen, sondern auch Fotos und Zeichnungen austauschen, einander vorsingen - beispielsweise das Lied „mother earth“ von Neil Young - und ein Onlinemagazin mit eigenen Artikeln bestücken.

 

Spanier heizen anders als Deutsche

Eine Unterrichtsform, die für viele Schüler eine Chance bietet, so Koch. Denn dadurch hätten Schüler, die nicht unbedingt Klassenbeste seien, unerwartete Talente gezeigt. Gerade bei den Videochats hätten sich viele ins Zeug gelegt und so gleichzeitig ihr Englisch verbessert. „Sie wollten sich unbedingt gut ausdrücken. Das ist die Macht der digitalen Medien“. Die Lehrerin ist stolz auf das Engagement und Interesse der Jugendlichen. „Oft machen die Lehrer viel zu Hause und stellen das Produkt anschließend vor. Hier hat die Klasse das Projekt gemacht.“ Dadurch kamen auch kulturelle Unterschiede zum Vorschein: Während es für die deutschen Schüler selbstverständlich war, zu Hause beim Heizen zu sparen, überprüften die Spanier während des Projekts intensiv ihre Haushalte, weil ihnen die Problematik nicht so bewusst war. 

 

Lob gab es für das Projekt gleich von mehreren Seiten:  Zum einen von der Berliner Senatsverwaltung, die hervorhob, dass das Projekt in einer Schule in Neukölln, einem sozialen Brennpunkt der Hauptstadt, durchgeführt wurde. Zum anderen bekam das Projekt im Februar den Europäischen eTwinning-Preis – eine Auszeichnung, mit der die besten Projekte für ihre herausragenden Kooperationen geehrt werden. Eine große Überraschung für die Schüler, erzählt Monica Koch. „Sie haben sich umarmt und gejubelt. Als meine Schüler erfuhren, was der Preis bedeutet, haben sie jede Minute gefragt, ob das wirklich stimmt.“ Denn auf alle ausgezeichneten Schulen wartet ein gemeinsamer Aufenthalt in einem europäischen Begegnungscamp .

 

Autorin: Katrin Schilling

 

Mehr dazu:

eTwinning am Albert-Einstein-Gymnasium in Berlin

Projektdetails "50 easy things you can do to save the world"

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