Didacta: Verleihung Deutscher eTwinning-Preis
Von Katarina Cavar, Onur Saka und Anastasia Frank

Auf der didacta in Stuttgart sind neun deutsche Schulen mit dem Deutschen eTwinning-Preis 2010 ausgezeichnet worden. Woher die Gewinner kommen und mit welchen Projekten sie ein interaktives SMART Board gewonnen haben, können sie in der Reportage unserer Schülerredakteure Onur, Katarina und Anastasia lesen.
Langsam wird es ruhig vor der Bühne, das Publikum nimmt seine Plätze ein und wartet gespannt darauf, dass die Preisverleihung der Deutschen eTwinning-Preise 2010 endlich losgeht. Einige benetzen sich nervös die Lippen, andere schauen noch mal kurz über die Schulter und kneten sich vor Aufregung die Hände.
Und dann werden endlich die Gewinner bekannt gegeben. Viermal geht der deutsche eTwinning-Preis nach Nordrhein-Westfalen, zwei Mal nach Berlin und jeweils einmal nach Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Einer dieser glücklichen Gewinner war die Anton-Seitz-Hauptschule aus Roth in Bayern. Sie konnte mit ihrem Projekt "Let’s tell stories“ in der Kategorie der 12- bis15-Jährigen reichlich punkten und sich den ersten Platz sichern. Zusammen mit ihrer norwegischen Partnerschule stellten die Rother Schülerinnen und Schüler mehrere Kurzfilme zusammen, die sich um Szenen des alltäglichen Lebens drehten. Die Leiterin des Projekts, Waltraud Ziegler, war sichtlich überrascht über den Erfolg ihrer Schule: "Also, ich habe nicht unbedingt damit gerechnet. Aber von Anfang an, als ich die Idee zu diesem Projekt hatte, dachte ich, es wird gut.“ Auch ihre zur Preisverleihung mitgereisten Schüler Niclas und Michael waren stolz auf ihre eigene Leistung. Schließlich hat ihnen das Projekt auch persönlich viel genutzt: "Ich kann jetzt besser Englisch und kann jetzt auch besser einschätzen wie Englisch einzusetzen ist, wenn ich mich mit Ausländern unterhalte“, meinte Niclas.
Zwei auf einen Streich für Marl
Auch unsere beiden Schülerreporter Onur und Anastasia hatten viel Grund zum Feiern. Ihre Schule, das Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium in Marl hat gleich zweimal den dritten Platz erzielt, einmal in der Alterstufe 12-15 (Projekt: "Polyglottal Perspectives on the Book“) und einmal in der Altersstufe von 16-21 (Projekt: "Robin Hood in Bollywood“). War sie vor der Preisverleihung noch zu nervös für ein Interview, war die Leiterin der beiden Projekte, Beate Vollmer, nachher deutlich entspannter: "Ich freu mich, dass ich mit den Schülern die Anerkennung für dieses Projekt teilen kann“, erzählte sie voller Stolz.
Zum zweiten Mal verliehen
Den europäischen eTwinning-Preis gibt es schon seit 2006. Das deutsche Pendant wird nach 2009 erst das zweite Mal verliehen. Das Prinzip bei beiden Preisen ist aber das gleiche: Alle Schulen, die 2010 ein nationales Qualitätssiegel erhalten haben sind automatisch im Rennen um den Deutschen eTwinning-Preis 2010 (für den europäischen Preis braucht man dementsprechend das europäische Qualitätssiegel).
Aber natürlich werden die Preisträger nicht einfach aus den vielen Projekten, die zur Wahl stehen, ausgelost. Jedes Projekt muss sich einer Jury aus Professoren stellen, welche entscheidet, welche Projekte auf das “Podium“ kommen, sprich: welches Projekt letztendlich auf dem dritten, zweiten und dem begehrten ersten Platz landet. Hier wird auch noch mal in drei Altersklassen unterschieden: von 4 - 11, 12 - 15 und von 16 - 21 Jahren. Also haben wir am Ende des Tages drei Gewinnerklassen - eine aus jeder Alterskategorie.
SMART Board für alle Gewinnerschulen
Jede Gewinnerklasse bekam ein modernes interaktives Whiteboard mit viel Zubehör von SMART Technologies zu Verfügung gestellt. Das ist die Schultafel der Zukunft: eine elektronische Tafel, die an einen Computer angeschlossen wird und dann im Prinzip den Computerbildschirm für alle sichtbar anzeigt. Das besondere hierbei: Mit dem Finger oder mit einem speziellen Stift kann man ganz einfache Ergänzungen vornehmen.
Neben diesem lukrativen Sachpreis geht es beim Deutschen eTwinning-Preis aber auch darum, besonders originelle und erfolgreiche Projekte auszuzeichnen, um so weitere Schulpartnerschaften zu fördern und somit zu neuen Projekten anzuspornen. Einer, dem dies besonders am Herzen liegt, ist der Leiter des eTwinning-Programms in der Europäischen Kommission, der Spanier Eugenio Rivière, der auch die Begrüßungsrede vor der Preisverleihung gehalten hat. Er ist schon seit den Anfängen von eTwinning in 2004 direkt am Programm beteiligt und ist ganz fasziniert von den Möglichkeiten, die eTwinning den Schülern aus ganz Europa bietet. „Am attraktivsten ist die Tatsache, dass man Kompetenzen entwickeln kann durch Kommunikation mit anderen Menschen. Das ist ein soziales Phänomen. Man braucht Menschen um einen herum, um arbeiten zu können“, erklärte er uns bei der "Aftershow-Party“ am Stand von Schulen ans Netz e. V.
Zum Schluss gibt die Preisträgerin aus Marl, Beate Vollmer, noch ein paar Tipps für Neueinsteiger: "Sicherlich hat ein Projekt gute Aussichten auf Erfolg, wenn die Schüleraktivierung im Vordergrund steht und der Ausgang des Projektes in Schülerhand liegt. Dann merken die Schüler, dass das Projekt in ihrer Verantwortung liegt. Das ist schon Motivation, die ein Projekt schwingen lässt."



